Georgien ist nicht nur die Wiege des Weins; es ist der einzige Ort auf der Welt, an dem die Weinherstellung seit 8.000 Jahren ununterbrochen fortgesetzt wird. Das Herzstück dieser Tradition ist der Kvevri (Qvevri) – ein riesiges, eiförmiges Tongefäß, das im Boden vergraben wird, um die Temperatur natürlich zu regulieren. Im Gegensatz zur europäischen Methode, bei der der Saft von den Schalen getrennt wird, gären georgische Weißweine monatelang zusammen mit den Schalen, Kernen und Stielen (dem 'Chacha') im Kvevri. Das Ergebnis ist ein 'Bernsteinwein' (Orange Wine), der reich an Tanninen, komplex im Geschmack und unglaublich gesund ist
UNESCO: Ancient Georgian Traditional Qvevri Wine-making Method.
Für Georgier ist der Kvevri mehr als nur ein Produktionsmittel; er ist fast ein lebendiges Wesen. Man sagt nicht, dass man Wein 'macht', sondern dass man ihn 'erzieht' wie ein Kind. Wenn ein Kvevri gereinigt wird, singt der Winzer oft hinein, damit der Ton die guten Schwingungen aufnimmt. Diese tief verwurzelte Tradition wurde 2013 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.
Die Kvevri-Herstellung selbst ist eine sterbende Kunst, die nur noch von wenigen Familien in Imeretien und Kachetien beherrscht wird. Der Ton muss von höchster Qualität sein, und der Bau eines großen Kvevris (der bis zu 2.000 Liter fassen kann) dauert Monate, da er Ring für Ring aufgebaut und langsam getrocknet werden muss, bevor er in riesigen Öfen gebrannt wird
Qvevri Foundation: History and Making.
Heute erlebt der Kvevri-Wein eine globale Renaissance. Sommeliers in London, New York und Tokio reißen sich um diese 'Naturweine'. Aber am besten schmeckt er dort, wo er geboren wurde: an einem georgischen Tisch, begleitet von polyphonem Gesang und endlosen Toasts.