Tuschetien (Tusheti) ist der Gral für jeden Georgien-Reisenden. Versteckt im nordöstlichen Kaukasus, ist es nur über eine einzige Straße erreichbar – den berüchtigten Abano-Pass (2.826 m), der oft als eine der gefährlichsten Straßen der Welt bezeichnet wird und nur von Juni bis Mitte Oktober geöffnet ist. Den Rest des Jahres ist Tuschetien von der Außenwelt abgeschnitten, und nur eine Handvoll Hirten und Grenzwächter bleiben zurück
BBC Travel: The Road to Tusheti.
Diese Isolation hat eine einzigartige Kultur bewahrt. Die Tuschen sind nominell Christen, praktizieren aber bis heute starke animistische Traditionen. Heilige Schreine ('Khati') sind für Frauen oft tabu, und Schweinefleisch ist in der gesamten Region streng verboten. Die Architektur ist ebenso einzigartig: Die Dörfer bestehen aus Schiefertürmen ('Kesalo'), die ohne Mörtel gebaut wurden und sich perfekt in die Landschaft einfügen
National Geographic: Tusheti Tradition.
Die Region besteht aus vier Hauptschluchten: Pirikiti, Gometsari, Chagma und Tsova. Omalo ist das Zentrum, dominiert von der Kesalo-Festung. Dartlo gilt als das schönste Dorf, mit seinen geschnitzten Holzbalkonen und dem alten Gerichtsstein, wo die Ältesten einst Recht sprachen. Shenako und Diklo liegen an der Grenze zu Dagestan und bieten atemberaubende Ausblicke.
Tuschetien ist ein Paradies für Wanderer und Reiter. Die Wege führen über blühende Alpenwiesen, durch unberührte Kiefernwälder und zu Gletscherseen. Es gibt keine Hotels, nur familiäre Gästehäuser, in denen man mit hausgemachtem Käse ('Guda'), Khinkali und dem lokalen Bier 'Aludi' bewirtet wird. Es ist ein Ort der totalen Entschleunigung, wo das Signal des Mobiltelefons oft verschwindet und man sich wieder mit dem Rhythmus der Natur verbindet.